Sollen Läufer ihren Fußaufsatz ändern?

Je nach Lauftechnik, Schuhwahl und Laufgeschwindigkeit setzten Läufer/innen entweder mit dem Vor-, Mittel- oder Rückfuß nach der Flugphase auf.

Eine Frage, die vor allem Hobbyläufern/innen häufig stellen: kann durch einen veränderten Fußaufsatz die Laufökonomie verbessert werden und wird das Risiko für Verletzungen reduziert?

Eine populäre Studie von Liebermann aus dem Jahr 2010 stimulierte die Diskussion, weil das Vorfußlaufen als das „natürliche Laufen“ angepriesen wurde. Eine Zusammenfassung zu Liebermanns Erkenntnissen zeigt das folgende Video:

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Der Übersichtsartikel von Hamil & Gruber im Journal of Sport and Health Science zeigt aber recht deutlich, dass die wissenschaftliche Evidenz zur Modifikation der Lauftechnik eher dünn ist und weisen daraufhin, dass die Änderung des Fußaufsatzes beim Laufen die Verletzungsrate erhöhen kann.

„We have concluded, based on examining the research literature, that changing to a mid- or forefoot strike does not improve running economy, does not eliminate an impact at the foot-ground contact, and does not reduce the risk of running-related injuries.“

In drei wesentlichen Aussagen fassen Hamil & Gruber ihre Erkenntnis zusammen:

  1. Es gibt keine evidenzbasierte Notwendigkeit zur Modifikation des Fußaufsatzes beim (Hobby)läufer;
  2. Die Datenlage, dass der Vor- oder Mittelfußaufsatz die Bewegungsökonomie verbessert sowie vertikale Bodenreaktionskräfte und Verletzungen reduziert ist dünn und uneinheitlich;
  3. Es bedarf gut durchdachter prospektiver und randomisierter Studien, die die Verletzungsrate bei verschiedenen Lauftechniken untersucht.