Wärmesalbe & Leistungsfähigkeit beim Zeitfahren

An der Startlinie von vielen Lauf-, Rad-, und Triathlonveranstaltungen duftet es nach Salben. Viele Sportler*innen cremen sich die Beine ein mit der Hoffnung, dass dadurch der muskuläre Blutfluss und damit der Sauerstofftransport in die Muskulatur und letztlich die Wettkampfleistung gefördert wird.

Doch geht das? Kann mit einer Wärmesalbe die körperliche Leistungsfähigkeit gefördert werden?

In einem Laborexperiment wollten Zinner et al. herausfinden ob das vorherige eincremen der Oberschenkel mit einer Wärmesalbe die Leistung im 4-Km Zeitfahren steigert.

Was wurde untersucht?

in dem Experiment wurden neuen Hobbyradfahrern (VO2max: 50.7 ± 4.0ml/min/kg) an drei verschiedenen Tagen eine Wärmesalbe, ein Placebo-Produkt sowie keine Salbe auf den Oberschenkel verabreicht. Die oberflächliche Hautreaktion durch vermehrte Hautdurchblutung ist in Bild 1 zu sehen.

Bild 1: Hautreaktion (rechte Bilder) nach Eincremen mit einer Wärmesalbe.

Die Radfahrer mussten an den drei Tagen jeweils einen 4-km Zeitfahrtest absolvieren. Während dem Test wurden die Sauerstoffaufnahme, muskuläre Sauerstoffsättigung, Blutfluss, Blutlaktatkonzentration sowie subjektives Belastungsempfinden gemessen.

Bild 2: Hautrötung durch vermehrte Hautdurchblutung aufgrund einer auf die Haut aufgetragene Wärmesalbe.

Ergebnisse

Bis auf eine erhöhte Hauttemperatur nach Applikation mit der Wärmesalbe (s. Bilder) konnte die Arbeitsgruppe keine Veränderung aller physiologischer und leistungsbezogener Variablen messen.

Wichtig für die Praxis

Die Applikation der Wärmesalbe hatte keine leistungsfördernde Wirkung.

„Our present findings reveal that topical application of cream containing nonivamide and nicoboxil to the thighs of cyclists prior to a 4-km time-trial does not improve their power output, saturation of the m. vastus lateralis with oxygen, oxygen uptake, heart rate, cardiac parameters, or perceived level of exertion.“